30.000 Vertriebene im Ost-Kongo

Bunia - Neu aufgeflammte Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) haben mehr als 30.000 Kongolesen aus ihrer Heimat vertrieben, berichtete UNHCR.

Am 31. März griff die "Popular Front for Justice in the Congo" (FPJC) Dörfer der im Distrikt Ituri, der in der kongolesischen Provinz Orientale, an. Zwei Tage später startete die selbst ernannte "Revolutionäre Front für Frieden in Ituri" (FPRI) einen Gegenangriff, um den Ort Bavi zurück zu gewinnen.

Beide Organisationen bekämpfen sich seit einem halben Jahr und haben in der Region zu Vertreibung und menschlichem Leid geführt. Die FPRI lehnte es bislang ab, sich am Friedensprozess im Kongo zu beteiligen und wird schwerer Menschenrechtsverletzungen beschuldigt.

Die Vertriebenen flohen nach Nyakunde und Marabo, rund 50 bis 70 Kilometer südlich von Ituris Hauptstadt Bunia. Viele der jüngst Vertriebenen gehören zu den Menschen, die bereits im Jahr 2006 von Angriffen der FRPI in Ituri entwurzelt wurden und denen UNHCR Ende 2006 bei der Rückkehr in die Heimatdörfer geholfen hat.

Das erneute Aufflammen der Unruhen bedroht den Fortschritt bei Rückkehr und Neuansiedlung Tausender Kongolesen und Kongolesinnen, die in der Region von vorangegangenen Konflikten betroffen gewesen sind.

Unterdessen hat sich UNHCR an die Geberländer mit der dringenden Bitte um Unterstützung gewandt, damit den Binnenvertriebenen, den Gastfamilien und Heimkehrern rasch geholfen werden kann. "Allen sollte geholfen werden - den Rückkehrern, den Vertriebenen und den Familien, die diese beherbergen. Denn sie alle sind gleichermaßen hilfsbedürftig," sagt Karl Steinacker, der deutsche Koordinator des UNHCR-Einsatzes im Ost-Kongo.

In Duru haben UNHCR-Mitarbeiter beobachtet, wie 1.400 Vertriebene ihre mageren Rationen mit 1.200 Einheimischen teilten. Ungefähr 1.100 sind in ihre Dörfer rund um Duru zurückgekehrt. Sie befinden sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand und bedürfen dringender Nothilfe.

Nach Beobachtungen von UNHCR sind aber auch viele Menschen zurückgekehrt - nach Faradje 12.000 Personen (etwa 70 Prozent der Bevölkerung), andere nach Kiliwa, 45 Kilometer nördlich von Dungu. Bei ihrer Ankunft fanden sie Szenen der Verwüstung vor: abgebrannte Häuser, Felder, die über Monate brach gelegen hatten und vergiftete Wasserquellen.


Veröffentlicht am: 09.04.2009