Neue Unruhen in Nord-Kivu

Goma - Die anhaltenden Kämpfe und Plünderungen der bewaffneten Gruppen in der aufgewühlten Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zwangen in den vergangenen zwei Monaten tausende Ziivilisten zum Verlassen ihrer Häuser.

Seit Dezember letzten Jahres hat UNHCR 15.508 neue Binnenvertriebene registriert, die zu Dutzenden in den UNHCR-Camps nach Sicherheit und Obdach suchen. Nach Aussagen der geflohenen Familien war die Lage in ihren Dörfern undurchschaubar und unsicher. Dort, im westlichen Teil Nord-Kivus, zwingen militärischen Aktionen und randalierende Milizen die Zivilisten zum Verlassen des Gebietes.

UNHCR registriert die neu ankommenden Binnenvertriebenen in Camps in Kitchanga und Umgebung, einem Gebiet, das sich 50 bis 150 Kilometer nordwestlich von Goma, der Provinzhauptstadt, erstreckt. Gegenwärtig beherbegt das Camp 116.000 Binnenvertriebene. Zur Zeit unterhält UNHCR 47 Binnenvertriebenen-Camps in der Region.

UNHCR schätzt, dass die bisherigen Registrierten nur einen Teil der aktuellen Binnenvertriebenen ausmachen und dass zahlreiche bei Gastfamilien untergekommen sein könnten oder sich sogar noch in den Wäldern versteckt halten, aus Angst nach Hause zurückzukehren. Infolge der unpassierbaren Straßen und der Unsicherheit können diese Binnenvertriebenen nicht erreicht werden. Die kongolesische Regierung hat in verschiedenen Offensiven während 2009 versucht, die Ruandische Hutu Miliz, die Democratic Forces for the Liberation of Rwanda (FDLR), zu entmachten. Unterdessen haben andere Milizen und bewaffnete Gruppen diese Situation für sich genutzt und Zivilisten angegriffen, geplündert, vergewaltigt und Häuser niedergebrannt.

Nach Aussagen der örtlichen Bevölkerung sind im Osten der DRK geschätzte 2,1 Millionen Binnenvertriebene der Missachtung der Menschenrechten, Vergewaltigungen, Bedrohungen und Einschüchterungen ausgesetzt.


Veröffentlicht am: 26.01.2010