Die Flüchtlingssituation in der DR Kongo spitzt sich weiter dramatisch zu. © UNHCR/J.Hesemann

Die Flüchtlingssituation in der DR Kongo spitzt sich weiter dramatisch zu. © UNHCR/J.Hesemann

Tausende fliehen vor Kämpfen im Osten Kongos

Nord Kivu - Zehntausende von Binnenvertriebenen aus fünf Lagern im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) sind erneut auf der Flucht. Grund sind die Kampfhandlungen zwischen den Regierungsruppen und abtrünnigen Einheiten, die nun wieder voll entbrannt sind.

Zwar waren die Lager um die Stadt Goma nicht direkt von den Kämpfen betroffen, jedoch flohen die Menschen in panischer Angst vor möglichen Angriffen. 28.000 der insgesamt 38.000 Bewohner der Lager Mugunga I und II sowie Lac Vert haben sich in den nahe gelegenen Hügeln versteckt. Sporadisches Gewehrfeuer und Mörserexpolsionen waren in der Gegend zu hören.

Die Situation ist dramatisch und kritisch, da Zehntausende von Binnenvertriebene aus den Lagern und Angehörige der lokalen Bevölkerzung auf der überfüllten Straße nach Goma unterwegs sind. Unwetterartige Regenfällen erschweren die Situation für die Betroffenen eklatant.

Ersten Berichten zufolge haben die Menschen ihr Hab und Gut sowie viele der Hilfsgüter aus den Camps mitgenommen. Nur wenige Plastikplanen, die UNHCR letzte Woche erst verteilt hatte, sind noch in den Lagern zu sehen. In Zusammenarbeit mit ihren Kollegen von anderen UN-Organisationen versuchen UNHCR-Teams, sich eine Übersicht über die neue Lage und den Bedarf an vorrangig benötigten Hilfsgütern zu verschaffen.

Die andauernden Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen, abtrünnigen Einheiten und Rebellen in der Provinz Nord-Kivu haben seit Dezember 2006 zu der größten Binnenflucht seit Ende des Bürgerkrieges vor drei Jahren geführt. Rund 375.000 Kongolesen mußten ihre Heimatorte verlassen, 160.000 allein in den letzten zwei Monaten.

UNHCR appelliert dringend an alle Parteien, Angriffe auf Binnenvertriebene und Angehörige der Zivilbevölkerung zu unterlassen und  durch Verhandlungen ein Ende der Gewalt in der Provinz zu erreichen. Vor dem Hintegrund der sich verschärfenden inter-ethnischen Konflikte und der fortdauernden militärischen Aufrüstung bleibt UNHCR zutiefst besorgt über das Risiko schwerer Menschenrechtsverletzungen und von Gewaltakten gegen die Zivilbevölkerung.


Veröffentlicht am: 14.11.2007