
Die Asylanträge von Irakern in den Industrienationen verzeichnen derzeit einen rasanten Anstieg. © UNHCR
UNHCR: 45 Prozent mehr Asylanträge von Irakern
Genf - Die Zahl neuer Asylanträge von Irakern in Industriestaaten stieg im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem zweiten Halbjahr 2006 um 45 Prozent. Dies geht aus der am Freitag von UNHCR veröffentlichten Halbjahresstatistik für 36 Industrienationen hervor. Somit ist erstmals seit sechs Jahren mit einem Anstieg der Asylanträge bis zum Jahresende zu rechnen.
Rund 19.800 Anträge in den ersten sechs Monaten standen 13.600 in den letzten sechs Monaten 2006 gegenüber. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2006 (8.500 Asylanträge) stellt dies mehr als eine Verdoppelung dar. Setzt sich der Trend fort, ist in diesem Jahr mit über 40.000 Anträgen von Irakern zu rechnen, dem höchsten Wert seit 2002.
Insgesamt wurden in den 36 erfassten Industriestaaten im ersten Halbjahr rund 147.500 Asylanträge gestellt (2. Hj. 2006: 149.100), davon 8.200 in Deutschland. Die meisten Asylanträge verzeichneten die USA mit 26.800, gefolgt von Schweden (17.700) und Griechenland mit 14.700 Anträgen. Frankreich (14.000), Großbritannien (12.700), Kanada (11.400), Deutschland (8.200) und Österreich (5.200) folgen.
Hinter den Anträgen von Irakerinnen und Irakern folgen in der UNHCR-Statistik Asylanträge von Menschen aus China (8.600), Pakistan (7.300), Serbien und Montenegro (7.200) und Russische Föderation (6.500).
Entgegen dem jetzigen Trend, ist die Gesamtzahl der Asylanträge in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Von den vorliegenden Zahlen des ersten Halbjahres ausgehend, lässt sich eine Prognose ableiten: Somit kann die Zahl der Asylanträge am Ende des Jahres 2007 in den Industrieländern 290.000 bis 320.000 betragen. Der erste Anstieg seit 2001.
Geschätzte 2,2 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus dem von Kämpfen erschütterten Irak haben in Syrien und Jordanien Zuflucht gefunden, wo das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR seine Hilfsprogramme für die Gesundheitsversorgung sowie Schulbildung der Flüchtlingskinder ständig ausbaut. Diese Irak-Flüchtlinge in den Nachbarländern sind von der Asylstatistik für die Industriestaaten nicht erfasst.
Veröffentlicht am: 21.09.2007




