
Besonders viele Kinder, wie hier in Rangun, sind auf den Schutz nach dem Zyklon angewiesen. © AFP/Hla Hla Htay
UNHCR stellt 22 Tonnen Hilfsgüter für Myanmar bereit
Genf – Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) bereitet sich auf einen Nothilfe-Einsatz in Myanmar vor. Im Nordwesten von Thailand stehen bei Mae Sot insgesamt 22 Tonnen Hilfsgüter bereit, die jederzeit über die Grenze nach Rangun gebracht und an die Opfer des Zyklons Nargis verteilt werden können. Die Genehmigung der myanmarischen Behörden steht allerdings noch aus.
"Wir stehen in engem Kontakt mit den Behörden von Myanmar, um den Transport über die Straßen zu den Bedürftigen zu bringen und prüfen derzeit auch, von Dubai aus die Lieferungen über eine Luftbrücke auszuweiten. Das betrifft insbondere Abdeck- und Plastikplanen", so Janet Lim, Direktorin des Asien-Pazifik-Büros von UNHCR am Mittwoch in Genf.
Darüber hinaus stehen weiterhin Plastikplanen und Zelte für die Notunterbringung von 10.000 Menschen in Thailand bereit. Die Hilfsgüter befinden sich derzeit in unmittelbarer Nähe der neun Flüchtlingscamps von UNHCR entlang der myanmarischen Grenze.
"Nun benötigen wir noch die Genehmigung, wann genau die Lastwagen die Grenze passieren dürfen. Es braucht sicher einige Zeit bis nach Rangun, aber wir tun alles, um die Hilfsgüter so rasch wie möglich zu den Betroffenen zu bringen", sagte Lim. Diese sollen von dem eigens gegründeten Katastrophenmanagement-Komitee der Regierung von Myanmar verteilt werden.
Normalerweise beteiligt sich UNHCR nicht an Hilfsaktionen in Folge von Naturkatastrophen. In Anbetracht der Not der Opfer, des Ausmaßes der Zerstörung, sowie seiner nahe zu Myanmar gelegenen Lagerhäusern mit Hilfsgütern hat UNHCR jedoch Maßnahmen zur Bewältigung der Krise ergriffen und ist nun Teil der gemeinsamen UN-Hilfsaktion.
Die Zahl der Toten nach dem Zyklon Nargis, der Myanmar am Samstag erreicht hat, wurde von offizieller Seite auf mehr als 20.000 beziffert. Rund 40.000 Menschen gelten als vermisst. Nach Schätzungen sind mehr als eine Million Menschen obdachlos.
"Der Grad der Zerstörung ist enorm. Das volle Ausmaß ist kaum zu erahnen", sagte Lim. "UNHCR wird im Rahmen seiner Kapazitäten und Ressourcen als Teil der gemeinsam UN-Hilfsaktion handeln. Wir haben 70 Mitarbeiter vor Ort, die hauptsächlich in Gebieten tätig sind, die vom Zyklon verschont geblieben sind. Einige von ihnen werden umstationiert werden müssen, um das Einsatzteam zu unterstützen."
Bereits am Montag hat das UNHCR-Büro in Rangun als erste Sofortmaßnahme Plastikplanen und Konservennahrung im Wert von 50.000 US-Dollar an die Opfer des Wirbelsturms verteilt.
Veröffentlicht am: 07.05.2008




