Haiti: UNHCR verteilt Hilfsgüter an Erdbebenopfer

Port-au-Prince - Mehr als einen Monat nach dem schrecklichen Erdbeben in Haiti verteilt UNHCR auch weiter Hilfsmittel an die Opfer und Gastfamilien in der haitianisch-dominikanischen Grenzregion. Bislang wurden Hilfspakete für rund 8.000 Menschen in die Region 70 Kilometer östlich der Hauptstadt Port-au-Prince gebracht, in die sich viele Erdbebenopfer geflüchtet haben.

Lokale Beamte und haitianische Mitarbeiter des Roten Kreuzes verteilten am Samstag in Fonds-Verrettes, die UNHCR-Hilfspakete mit Decken, Eimern, Seife, Taschenlampen, Kochtöpfen, Löffeln, Feuerzeugen und Hygieneartikeln. Infolge des Erdbebens am 12. Januar hat sich die Zahl der lokalen Bevölkerung in Fonds-Verrettes um zehn bis 15 Prozent gesteigert.

Die meisten der vom Erdbeben vertriebenen Menschen leben bei Gastfamilien in der ländlichen Gegend. In Fonds-Verretes mit etwa 45.000 Einwohnern mangelt es an Elektrizität, Wasserverteilungssystemen, gepflasterten Straßen und Bildungseinrichtungen.

"Unsere Hilfe soll jenen Gastfamilien zugute kommen, die ohnehin schon über sehr geringe Ressourcen verfügen und im Moment völlig überstrapaziert sind," sagte UNHCR-Sprecher Gonzalo Vargas Llosa. UNHCR hofft damit außerdem weitere Vertreibungen zu vermeiden.

Es ist die erste grundlegende Hilfsmaßnahme seitens der internationalen Gemeinschaft für Vertriebene und Gastfamilien in der südlichen Grenzregion. Während der letzten vier Wochen hat UNHCR Hilfsgüter an Erdbebenopfer in Übergangslagern in der Dominikanischen Republik verteilt. Ferner brachte UNHCR tausende Zelte und Planen nach Haiti.

Etwa eine halbe Million Menschen haben Port-au-Prince seit dem 12. Januar verlassen, darunter auch die 160.000, die nun entlang der Grenze zur Dominikanischen Republik leben.

Filima Toussaint ist eine der tausenden Freiwilligen, die ihre Häuser als Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Vor dem Erdbeben lebten sechs Personen in ihrem Heim in Fonds-Verrettes. Heute wohnen dort zwölf Personen.

"Die Hilfsgüter müssen so schnell wie möglich verteilt werden, vor allem im Hinblick auf die Regenzeit, die innerhalb der nächsten Wochen in Haiti eintreten wird," sagte Vargas Llosa. Er lobte die Gastfamilien für ihre Fürsorge.

"Die Gastfamilien sind die leisen, unsichtbaren Opfer dieser Tragödie. Gleichzeitig spielen sie eine maßgebliche Rolle bei der humanitären Hilfe insgesamt, indem sie Freunde und Verwandte aus Port-au-Prince aufnehmen."

Zur Zeit besucht ein UNHCR-Team den nördlichen Teil der haitianisch-dominikanischen Grenze, um die Bedürfnisse der dortigen Gastfamilien zu erfassen.


Veröffentlicht am: 25.02.2010