UNHCR verurteilt Fremdenfeindlichkeit in Südafrika

Kapstadt - Rund 3.000 Ausländer, darunter auch Flüchtlinge und Asylsuchende aus Simbabwe, sind von den jüngsten fremdenfeindlichen Übergriffe in Südafrika betroffen. UNHCR verurteilt diese Angriffe und versorgt die Vertriebenen mit Hilfsgütern. Außerdem arbeiten Mitarbeiter im Komitee für Menschenrechte daran, eine Lösung für die Konfikte zu erzielen. Die Kämpfe ereigneten sich am Dienstag in De Dooms, 140 Kilometer nordöstlich von Kapstadt. Dort leben rund 13.000 Südafrikaner.

UNHCR hat sich schnell zum Ort des Geschehens begeben, um den Vertriebenen zu helfen und im Konflikt mit den Landwirten zu vermitteln. Die Landwirte werfen ihnen vor, ihnen ihre Jobs streitig zu machen, da sie eine geringere Bezahlung für die Arbeit in den Weinbergen akzeptieren. Registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende haben in Südafrika das Recht zu arbeiten, allerdings gibt es im Wettbewerb um die Arbeitsplätze häufig Spannungen.

Die vertriebenen Ausländer halten sich inzwischen auf einem Sportgelände und einem Gemeindezentrum in De Dooms auf. Die Regierung hat dort drei Zelte aufgestellt, die jeweils bis zu 1.000 Menschen beherbergen können. Die Vertriebenen sind in der Mehrzahl junge, alleinstehende Männer, aber es gibt auch einige Familien. Um die Privatsphäre der Familien zu schützen, wird UNHCR ihnen kleinere Zelte zur Verfügung stellen.

UNHCR begrüßt die schnelle humanitäre Hilfe der örtlichen Behörden und die Tatsache, dass Trinkwasser, mobile Toiletten und eine mobile Klinik innerhalb weniger Stunden zur Verfügung gestellt wurden. Überdies versorgt das Südafrikanische Rote Kreuz die Vertriebenen mit zwei warmen Mahlzeiten am Tag.

Dies sind die ersten weitumfassenden fremdenfeindlichen Angriffe auf Flüchtlinge und Asylsuchende seit den landesweiten Konflikten im Mai 2008. UNHCR verurteilt die aktuelle Gewalt und entsendet auf Anfrage der örtlichen Behörden zwei Mitarbeiter aus dem Büro in Pretoria in das Südafrikanische Komitee für Menschenrechte. Dort sollen alle Beteilgten daran arbeiten, die Konflikte in De Dooms zu schlichten und den Ausländern eine sichere Rückkehr in ihre Häuser zu ermöglichen.

Ende 2008 lebten etwa 110.000 Asylsuchende aus Simbabwe in Südafrika.


Veröffentlicht am: 20.11.2009