Studie: Soziale Lage der Irak-Flüchtlinge verschlechtert sich

Lebensmittel-Hilfe nötig – Hohe Drop-out-Rate bei Schulkindern

Damaskus/Genf/Wien, 14.12.2007 – Die soziale Lage der irakischen Flüchtlinge in Syrien verschlechtert sich zusehends, viele bereits eingeschulte Flüchtlingskinder gehen nicht mehr in die Schule. Dies sind zwei Kernaussagen einer Umfrage, die das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR mit dem Marktforschungsinstitut IPSOS unter gut 3500 Betroffenen durchgeführt hat. Die Studie dient zur besseren Planung weiterer Flüchtlingshilfe. Eine weitere Untersuchung mit dem renommierten, US-amerikanischen Center for Disease soll im Jänner folgen, um Traumatisierungen und Depressionen genau zu analysieren. Erste Ergebnisse weisen auf einen hohen Grad an Traumatisierung und Stress hin. Jeder fünfte bei UNHCR registrierte Flüchtling ist Opfer von Gewalt.

37 Prozent der Irak-Flüchtlinge in Syrien, so die nun vorliegende Studie, leben von ihren Ersparnissen. Jeder Dritte gibt an, dass das Geld maximal für drei Monate reicht. 24 Prozent der Vertriebenen leben von Überweisungen aus dem Ausland. Die wirtschaftliche Lage vieler Familien ist – trotz hohem Bildungsgrad (31 Prozent haben Universitätsabschluss) – sehr angespannt. Zehn Prozent der Kinder arbeiten. Die Drop-out-Rate der 5- bis 18-Jährigen aus der Schule liegt mit 46 Prozent sehr hoch. „Hier müssen sich alle noch mehr anstrengen, damit sämtliche Mädchen und Buben später echte Chancen für einen Neubeginn haben“, fordert UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer.

UNHCR hat daher dieses Jahr bereits 7000 besonders betroffene Familien, also etwa solche mit Kindern, die arbeiten, oder mit chronisch Kranken finanziell unterstützt. UNHCR und das Welternährungsprogramm müssen auch Lebensmittel-Hilfe leisten.

UNHCR schätzt, dass 2,4 Millionen Iraker im eigenen Land vertrieben wurden. Weitere 2,2 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus dem Irak leben als Flüchtlinge im Ausland, vor allem in Syrien und Jordanien.

Rückfragen: Gabrielle Sabourin, UNHCR-Büro in Österreich, Tel. (01)260 60-4048


Veröffentlicht am: 14.12.2007