Marathon-Läufer fördern Flüchtlinge in Westsahara

Tindouf/Smara - Im Rahmen des Sahara-Marathons konnte die UNO-Flüchtlingshilfe als deutscher Spendenpartner von UNHCR bereits zum vierten Mal Projekte für sahrauische Flüchtlinge in der Westsahara fördern. In Anwesenheit von UNHCR-Vertretern und Sportlern, konnte dabei Büchergeld an rund 7.000 Schüler übergeben werden.

In insgesamt vier Flüchtlingslagern nahe der algerischen Oasenstadt Tindouf gibt es 28 Grundschulen, zwei Internate (eines davon wurde durch die Überschwemmungen von 2006 erheblich beschädigt) und 25 Vorschulzentren. Die Klassenräume sind überfüllt. Zwischen 40 und 50 Schulkinder pro Klasse sind keine Seltenheit. Meistens müssen sich vier Schüler ein Buch teilen.

Die Lehrmaterialien sind veraltet und abgenutzt. Die Sahrauis haben Schwierigkeiten, die Bildungsreform aus Algier umzusetzen. Diese haben sie sich bereits vor drei Jahren zum Vorbild genommen, um ihren Kindern überhaupt eine Perspektive bieten zu können. Das Abitur kann nur außerhalb des Lagers gemacht werden. Einige junge Menschen bekommen die Chance in Spanien oder anderen Ländern zu studieren.

Durch den Sahara-Marathon, der von der UNO-Flüchtlingshilfe begleitend realisiert wird, kann ein UNHCR-Bildungsprojekt direkt finanziert und zum Beispiel die Anschaffung von Schulbüchern auch Dank eines erhöhten Startgelds der Läufer realisiert werden. 

Auch 2010 sind wieder Hunderte gekommen, um sich der Herausforderung des Wüstenmarathons zu stellen. Einige meistern die 42,195 Kilometer in dem Glutofen der Westsahara mit Bravour; andere geben sich der Sonne gegenüber schon kurz nach dem Start geschlagen. Wieder andere begnügen sich mit der halben Strecke; auch Walker sind am Start. 

Was zählt ist dabei zu sein und der Perspektivlosigkeit vieler Sahrauis entgegenzuwirken. Die meisten von ihnen sitzen bereits seit 34 Jahren in der westlichsten Spitze von Algerien fest und warten auf ihre Rückkehr in die Heimat. Das Leben ist öde. Nur der Marathon um den Nationalfeiertag bietet eine gewisse Abwechslung für Zehntausende - für Stunden.

Einen Tag vor dem Event versammelten sich in diesem Jahr die Mitglieder der deutschen Gruppe von Lauftreff-Koordinator Wolfgang Hofmann in Smara, um Mohammad Arif als Leiter des UNHCR-Büros in Tindouf sowie einem Vertreter des 'Sahrauischen Bildungsministeriums' symbolisch 50.000 Euro zu übergeben, die anschließend in das Schulprojekt investiert und in Bücher umgelegt werden sollen.

Weitere Informationen erteilt Dietmar Kappe von der UNO-Flüchtlingshilfe. Telefon (0228) 62 98 6-14, E-Mail: kappe@uno-fluechtlingshilfe.de


Veröffentlicht am: 26.02.2010