Fehlende finanzielle Mittel bedrohen Arbeit von UNHCR im Jemen

Sanaa/Genf - Der aktuelle Rückgang an finanziellen Beiträgen für den Jemen bedroht die Arbeit von UNHCR. Sollten nicht umgehend neue Zuwendungen eintreffen, muss UNHCR seine Arbeit für die Flüchtlinge und Binnenvertriebenen im Jemen drastisch reduzieren.

Der Anteil von UNHCR am gemeinsamen UN-Aufruf zur Finanzierung von Hilfsprogrammen im Jemen beträgt 35,6 Millionen US-Dollar. Bisher erhielt UNHCR weniger als drei Prozent der benötigten Beiträge.

Die prekäre finanzielle Lage vermindert die Möglichkeiten zur Registierung und Dokumentation der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen, um ihre Situation einschätzen und ihre Bedürfnisse ermitteln zu können. Die Beiträge werden ebenfalls benötigt, um die existierenden, bereits überbevölkerten Camps auszubauen und neue zu errichten. Zudem werden finanzielle Mittel benötigt, um Hilfsgüter zu besorgen und zu verteilen, insbesondere Zelte und Plastikplanen sowie Grundausstattungen an Decken, Matratzen und Hygieneartikeln.

UNHCR ist ernsthaft besorgt, dass ohne eine zeitnahe und angemessene finanzielle Reaktion der Geberländer sehr bald direkte negative Auswirkungen auf die Arbeit von UNHCR spürbar werden. Im Jemen befinden sich rund 250.000 Binnenvertriebene und mehr als 170.000 Flüchtlinge. Unter dem Einfluss der anhaltenden Kämpfe im Nordjemen und dem fortgesetzten Konflikt in Somalia, dessen Folgen auch im Jemen spürbar werden, steigt diese Zahl weiter an.


Veröffentlicht am: 05.02.2010