
Hilfe für Flüchtlinge aus Ghana angelaufen
Accra - UNHCR hat am Wochenende mit der Versorgung von ghanaischen Flüchtlingen in Togo begonnen. Etwa 3.600 Menschen hatten in der togolesischen Tandjouaré-Region Zuflucht vor den blutigen Stammesrivalitäten in ihren Heimatdörfern gesucht. Zusammen mit den togoischen Behörden errichtet UNHCR dieser Tage zwei getrennte Camps, um die Menschen besser versorgen zu können und die Aussöhnung der verfeindeten Clans voranzutreiben.
Die beiden Camps sollen in Matougou and Gbadakungue entstehen und werden voraussichtlich in vier Wochen fertiggestellt. Momentan kommen die meisten der Flüchtlinge bei Einheimischen, in öffentlichen Gebäuden oder Schulen unter. Andere sind in Zelten untergekommen, die bereits von der togoischen Regierung zur Verfügung gestellt wurden.
UNHCR befürchtet jedoch, dass die Zelte der kommenden Regenzeit kaum standhalten werden. Ein weiteres Problem stellt die zahlenmäßige Überlegenheit der Flüchtlinge gegenüber der einheimischen Bevölkerung dar, so dass neue soziale Spannungen vorprogrammiert sind.
Die meisten der Menschen, die nun in Togo Schutz suchen sind vor dem eskalierenden Konflikt zwischen den ghanaischen Dörfern Kombatiek und Nadongou geflohen, die aufgrund von Landstreitigkeiten seit drei Jahren im Clinch liegen. Jüngste Berichte aus der Region sprechen von bis zu vier Toten, vielen Verletzten, sowie Plünderungen und Brandschatzung.
Die Tatsache, dass Angehörige beider Clans unter den Flüchtlingen sind, hat UNHCR dazu veranlasst zwei separate Camps zu errichten, um Konflikten vorzubeugen. Gleichzeitig wird versucht mit Hilfe der ghanaischen Regierung die Aussöhnung der Dörfer voranzutreiben. Zu diesem Zweck besuchte vergangene Woche eine Regierungsdelegation die Flüchtlinge, um sie über die ergriffenen Maßnahmen zur Beilegung des Konfliktes zu informieren.
Die ghanaische Regierung hat in diesem Zusammenhang Gelder für den Wiederaufbau der Dörfer zugesagt und die Vertriebenen ermutigt, in ihre Häuser zurückzukehren. Jedoch stehen viele der Flüchtlinge aufgrund der schlechten Sicherheitslage einer Rückkehr skeptisch gegenüber.
Text: Martin Rentsch
Veröffentlicht am: 07.06.2010




