Sorge um die Sicherheit der Vertriebenen in Sri Lanka

Colombo - Angesichts der Berichte über die schlimmen Zustände in den Camps der Binnenvertriebenen (IDPs) im Norden Sri Lankas, zeigt sich UNHCR tief besorgt. Demnach feuerte das Wachpersonal gegen Aufständische, die sich über zu wenig Bewegungsfreiheit beklagt haben. Es gab zahlreiche Verletzte. Ein Kind wurde so unglücklich von einer Kugel getroffen, das es gelähmt bleibt.

Es wird berichtet, dass die Sicherheitsleute eine Gruppe Binnenvertriebener davon abgehalten haben, sich innerhalb des Camps frei zu bewegen. Darüber waren die Betroffenen derart aufgebracht, dass sie anschließend die Wachposten angriffen.

Das Sicherheitspersonal eröffnete das Feuer, um die Massen zu zerstreuen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, darunter auch das Kind. Viele Menschen sind seit dem Protest inhaftiert.

UNHCR fordert die Regierung auf, die Sicherheit und physische Unversehrtheit der Camp-Bewohner zu gewährleisten und zügig eine Untersuchung der Geschehnisse einzuleiten. 

Ferner bekräftigt UNHCR seine früheren Forderungen an die Regierung von Sri Lanka, die Rückkehr der Binnenvertriebenen zu beschleunigen und die Bewegungsfreiheit für alle, die sich zum Verbleib in den Camps entschieden haben, wiederherzustellen. Der Zwischenfall verdeutlicht überdies die Notwendigkeit des von der Regierung angekündigten und von UNHCR begrüßten Gastfamilien-Programms, das den Bürgern die Aufnahme von Binnenvertriebenen gestatten soll.

Zusätzliche Hilfe für die überfüllten Camps wird dringend benötigt, insbesondere da die Monsunzeit kurz bevor steht. Der Regen wird die Camps in den tief liegenden Regionen überfluten und damit die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in den Camps weiter verschlechtern.

Seit Juni arbeiten die Vereinten Nationen zusammen mit zahlreichen Partnerorganisationen daran, das Menik Farm Camp auf die Regenzeit vorzubereiten. Allerdings hat UNHCR die Regierung auch darauf hingewiesen, dass die Ausstattung des Camps immer noch unzureichend ist und den Bewohnern während des Monsuns keine angemessene Unterkunft garantiert.

Das Menik Farm Camp besteht aus sieben Bereichen und ist eines von 21 Camps die sich entlang der Bezirke Vavuniya, Jaffna, Mannar und Trincomalee ausgebreitet haben. Mehr als 250.000 IDPs leben in diesen Camps. Die Regierung hat veranlasst, dass ehemalige Kämpfer von Zivilisten getrennt untergebracht werden und daher ist die Bewegungsfreiheit innerhalb der Camps begrenzt.

Seit August sind 15.000 Binnenvertriebene entweder bei Gastfamilien untergekommen oder konnten in ihre Häuser zurückkehren. UNHCR fordert die Regierung auf, das Auswahlverfahren zu beschleunigen und die Anzahl der Entlassungen aus den Camps zu erhöhen.

UNHCR ist besonders über den Verbleib von etwa 3.300 Betroffenen besorgt, die in Durchgangscamps und nicht in ihre Häuser gebracht wurden. Obwohl nur ein kurzer Aufenthalt in diesen Durchgangscamps angekündigt war, sind einige schon mehr als zwei Wochen dort.


Veröffentlicht am: 30.09.2009