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Somalia: Al-Shabaab Miliz erschwert humanitäre Hilfe

29 November 2011

Mitarbeiter entladen UNHCR-Hilfsgüter in Somalia.
© UNHCR/S. Modola

Mogadischu - UNHCR ist besorgt über die Ankündigung der Al-Shabaab Miliz von Montag, einer Vielzahl von Hilfsorganisationen, darunter UNHCR, humanitäre Hilfe in den von Al-Shabaab kontrollierten Gebieten dauerhaft zu verbieten.

Angesichts der bedrohlichen Situation für die Menschen in den südlichen und zentralen Regionen Somalias, die sich aufgrund von Dürre, Hungersnot, anhaltenden Kämpfen und starken Regenfällen immer noch weiter verschlechtert, ist diese Nachricht erschreckend. Über zwei Drittel der etwa 1,46 Millionen Binnenvertriebenen in Somalia wären direkt von der Entscheidung der Al-Shabaab Miliz betroffen. UNHCR untersucht derzeit die Auswirkungen dieser jüngsten Entwicklung für die Hilfsoperationen vor Ort.

Aufgrund von Militärpräsenz und damit verbunden der Angst vieler Menschen, in Gefechte zu geraten, sowie aufgrund der starken Regenfälle wird die Bewegungsfreiheit der heimatlosen somalischen Bevölkerung, vor allem in der Region Gedo nahe der kenianischen Grenze, weiter eingeschränkt und in vielen Fällen auch komplett verhindert.

BEWAFFNETE KONFLIKTE SIND HAUPTURSACHE FÜR FLUCHT

Dennoch liegen Berichte vor, wonach mehr als 500 Menschen zu Fuß aus der Gedo-Region in Richtung der Grenzstadt Dobley unterwegs sind. Verantwortlich dafür sei der akute Nahrungsmangel in ihren Heimatorten,  der sowohl den Regenfällen als auch den militärischen Aktionen geschuldet sei. Sie wollten nach eigenen Angaben jedoch nicht bis zum Flüchtlingskomplex Dadaab, sondern zurück, sobald sich die Situation  verbessert habe. In Dobley werden aktuell Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter verteilt.

Jedoch ist die Hauptursache für die Binnenvertreibung nach Angaben der Betroffenen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu nicht länger die Hungersnot, sondern die Konfliktsituation. Während die Hungersnot in den ersten drei Quartalen dieses Jahres die treibende Kraft war, wurden im Oktober 8.300 Menschen aufgrund der militärischen Aktionen und 500 aufgrund der Dürre heimatlos.

HILFSOPERATIONEN WERDEN RISIKOREICHER

Im Flüchtlingskomplex Dadaab im benachbarten Kenia unterläuft die schwierige Sicherheitslage weiter die Arbeit von UNHCR. So ist nun bereits seit mehreren Wochen die Registrierung von Neuankünften im Camp  eingestellt, weil Mitarbeiter der Hilfsorganisationen sich aufgrund der Gefahrenlage in den Camps nicht frei bewegen können.

Es werden dringend neue Medikamtentenlieferungen benötigt, um unter anderem die Ausbreitung der Cholera zu verhindern und Fortschritte in der humanitären Situation nicht einbrechen zu lassen. In dem Kambioos-Camp ist die Sterblichkeitsrate gesunken und es wird erwartet, dass sich die Lage dort weiter stabilisiert. Auch konnten kürzlich erfolgreich Polio-Schutzimpfungen bei allen Flüchtlingskindern unter fünf Jahren durchgeführt werden.

Die Bemühungen konzentrieren sich weiter auf die Gewährleistung von Schutz und die Versorgung mit Hilfsgütern in den Camps. Das Polizeiaufgebot auf den Zufahrtswegen zum Camp sowie an den Eingängen wurde deshalb erhöht.

HILFE IN ÄTHIOPIEN

In den äthiopischen Flüchtlingslagern von Dollo Ado ist immer noch eine hohe Zahl der Kleinkinder starkt unerernährt. UNHCR und Partnerorganisationen versuchen, das Ernährungsprogramm weiter auszubauen und alle Kinder bis zum Alter von zehn Jahren zu berücksichtigen.

Das neu installierte fünfte Camp in der Region, Bur Amino, steht bereit für die Aufnahme der ersten 7.000 Flüchtlinge. Ab Mittwoch werden die Flüchtlinge gruppenweise vom Transitzentrum in Dollo Ado nach Bur Amino gebracht werden.

Wegen der starken Regenfälle ist der Zugang zu den Camps immer noch problematisch. Straßen sind teilweise nicht passierbar und Flugzeuge können oftmals nicht landen. Diese Umstände wirken sich ernsthaft auf die Arbeit von UNHCR aus: Die Versorgung mit Treibstoff, Strom und sauberem Trinkwasser wird immer knapper.

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