United Nations High Commissioner for Refugees
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Situation in Somalia verschärft sich zunehmend

14 November 2011

Auch viele Kinder leiden unter den katastrophalen Lebensbedingungen in Somalia.
© UNHCR/ S. Modola

Mogadischu/Nairobi - Die anhaltenden Kämpfe und der verheerende Regen der letzten Wochen spitzen die ohnehin bereits schwierige humanitäre Lage in Somalia weiter zu. Immer weniger Flüchtlinge schaffen es aufgrund von zerstörten Straßen nach Kenia.

Dennoch gibt es immer noch Menschen, die  bis Dobley in Kenia durchkommen. Die Menschen flüchten vor allem aus Angst vor den militärischen Auseinandersetzungen in der Region und aufgrund der Drohung von zwangsweiser Rückführung von Seiten der Miliz Al-Shabaab. Am vergangenen Wochenende kamen sechs Lastwägen mit fast 180 Flüchtlingen aus dem Bezirk Afgooye nach einer 27-tätigen Reise auf überfluteten Straßen in Dobley an. Die Flüchtlinge erzählten,  von Al-Shabaab angewiesen worden zu sein in ihre Häuser zurückzukehren. Viele sind aber dennoch aufgebrochen, um humanitärere Hilfe zu suchen.

In Mogadischu, der Hauptstadt Somalias, wird UNHCR demnächst mit Partneragenturen eine Bewertung der humanitären Lage von intern Vertriebenen durchführen. Die Beurteilung beinhaltet die genaue Lage der Siedlungen von Binnenvertriebenen und enthält weitere demographische Daten. Die GPS-Koordinaten von 14 der 16 Bezirke Mogadischus wurden bereits aufgezeichnet und eine Befragung von 7.000 Haushalten wurde von über 500 MitarbeiterInnen durchgeführt. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass es fast 300 Siedlungen von intern Vertriebenen in verschiedenen Größen gibt. Die Daten werden nächste Woche der Übergangsregierung Somalias vorgestellt.

Zeitgleich wurde auch in Nairobi (Kenia) ein von UNHCR unterstützter Bericht veröffentlicht, der Auswirkungen von militärischen Konflikten auf die Zivilbevölkerung behandelt. Der Bericht wurde von der internationalen NGO CIVIC aus über 100 Interviews mit somalischen Zivilisten, humanitären Organisationen, den Vereinten Nationen und internationalen Geldgebern, dem Personal der AMISOM und unter Berücksichtigung der somalischen Diaspora zusammengestellt. Aus dem Bericht geht unter anderem hervor, dass es keine völkerrechtliche Verpflichtung für die Wiedergutmachung seitens der Konfliktparteien an der Zivilbevölkerung gibt, die von militärischen Operationen betroffen sind.

UNHCR betont das moralische Gebot, die Verluste von Eigentum, Leib und Leben der Menschen aufgrund militärischer Aktionen zu entschädigen. So forderte UNHCR auch die Geberländer auf, die notwendige finanzielle Unterstützung zur Umsetzung der Empfehlungen des Berichts bereitzustellen.

Unter den Empfehlungen des 60-seitigen Berichts findet sich unter anderem die Schaffung eines Kontrollmechanismus, um in Fällen in denen die Zivilbevölkerung in Konfliktsituationen Schaden nimmt, reagieren zu können. Der Bericht fordert zudem alle Konfliktparteien in Somalia auf, unverzüglich Angriffe auf Zivilisten und humanitäre Organisationen einzustellen.

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