United Nations High Commissioner for Refugees
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Myanmar: Misshandlung von Schutzsuchenden nimmt zu

11 Juni 2014

© UNHCR/ V.Tan

Naypyidaw – Zwei Jahre nach Beginn der Unruhen im Rakhine State im Westen Burmas fliehen immer noch Tausende mit Booten aus dem Golf von Bengalen Richtung Süden. Gleichzeitig häufen sich Berichte über die Ausbeutung und Misshandlung von Schutzsuchenden.

UNHCR schätzt, dass seit Juni 2012 mehr als 86.000 Menschen das Land per Boot verlassen haben. Die Mehrheit der Flüchtlinge gehören der Volksgruppe der Rohingya an, aber zunehmend sind auch auch Menschen aus Bangladesch unter ihnen.

Gefährliche Überfahrten

Bei diesen Überfahrten starben in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 nach offiziellen Angaben 730 Menschen. Diese Zahl ging auf 615 im gesamten Jahr 2013 zurück, weil die Schmuggler-Netzwerke nun auf stabilere und größere Frachtboote zurückgreifen.

Die Vertriebenen, die es nach Malaysia, Thailand oder Indonesien geschafft haben, berichten jedoch UNHCR-Mitarbeitern von überfüllten Schiffen, die vom Kurs abkommen, Motorprobleme haben oder denen wegen der langen Zeit auf See Nahrung und Wasser ausgehen. Die Menschen, die bei solchen Überfahrten ihr Leben lassen, werden häufig einfach über Bord geworfen.

In der gesamten Region setzt sich UNHCR für temporäre Aufenthaltsmöglichkeiten ein, die es den Rohingya ermöglicht im Aufnahmeland unterzukommen, bis sich die Lage in Rakhine beruhigt hat, um eine sichere Rückkehr zu gewährleisten. Diese Bemühungen beinhalten zum Beispiel das Recht für die Geflohenen sich im Gastgeberland legal aufzuhalten, den Schutz vor willkürlicher Verhaftung, Unterkunft, dem Zugang zu Sozialleistungen und rechtmäßige Arbeitsmöglichkeiten sowie den Schutz von Familien. 

Schmuggler misshandeln Schutzsuchende

Manche der Menschen, die Thailand erreichen werden in überfüllte Schmuggler-Camps im Dschungel oder in den Hügeln nahe der thailändisch-malaysischen Grenze gebracht und müssen dort teilweise in Käfigen ausharren bis ihre Familien für ihre Freilassung zahlen können. Die Betroffenen berichten von täglichen Schlägen und Toten. Die Flüchtlinge mussten aufgrund des Platzmangels in den Camps aufrecht schlafen und durften sich nur für den Toilettengang bewegen.

Die thailändischen Behörden haben mehrere Razzien in solchen Camps durchgeführt und dabei Hunderte Gefangene befreit, unter anderem 500 Rohingya Anfang dieses Jahres. UNHCR setzt sich in Thailand für klarere Aufenthaltsregelungen ein, die zum Beispiel Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen und mehr Freizügigkeit innerhalb des Landes für diese Menschen erlauben.

Akut geht es UNHCR aber ebenso um die Verbesserung der Lebenssituation und die Unterstützung von Rehabilitationszentren, in denen die Flüchtlinge in ihren Familien zusammenbleiben und in denen gemeinschaftliche Aktivitäten möglich sind, während langfristige Lösungen, wie zum Beispiel Resettlement, gesucht werden.

Auch aus Malaysia gibt es zuverlässige Berichte über brutale Schlepper-Banden, die über Thailand Schutzsuchende aus Myanmar ins Land bringen. Die Flüchtlinge werden dabei häufig Opfer von Gewalt, Erpressung und Ausbeutung und sind folglich in schlechter körperlicher und seelischer Verfassung. UNHCR-Mitarbeiter in Kuala Lumpur konnten kürzlich 120 Rohingya behandeln, die unterernährt waren und starken Vitaminmangel aufwiesen. Während der letzten Jahre hat UNHCR über 35.000 Rohingya in Malaysia registriert.

Positive Entwicklungen in Indonesien und Bangladesch

In Indonesien leben zurzeit mehr als 1.200 Rohingya. Die Registrierungen erreichten in der zweiten Hälfte 2013 mit 474 einen Höhepunkt und sind bis Mai dieses Jahres auf nur 56 neue Ankünfte zurückgegangen.

In Bangladesch, das seit über zwei Jahrzehnten Zuflucht für Rohingya bietet, konnte in den zwei offiziellen Camps, in denen rund 30.000 Flüchtlinge untergebracht sind, die weiterführende Schulbildung für die Altersgruppe der 13 und 14jährigen ausgebaut werden. Zudem wurde die Sicherheit und Lebenssituation der Menschen in den Camps verbessert. UNHCR begrüßt weiterhin die Initiative der Regierung Bangladeschs die geschätzten 200.000 bis 500.000 nicht registrierten Rohingya in Bangladesch in offiziellen Listen zu führen.

 In Rakhine selbst sind weiterhin etwa 140.000 auf der Flucht. Die Mehrheit von ihnen sind Rohingya, aber auch Kaman, Rakhine und andere Ethnien sind darunter. humanitären Helfer vor Ort haben ihre Arbeit nach Angriffen auf UN- und NGO-Einrichtungen in Sittwe Ende März wieder aufgenommen. UNHCR wird weiterhin temporäre Unterkünfte bereitstellen, das Camp-Management koordinieren und Schutzsuchende unterstützen, dabei aber Aktivitäten vermeiden, die ethnische Spannungen verschärfen und so zu noch mehr Vertreibung führen. Das Ziel ist es, von einem Nothilfe-Einsatz in eine Phase der dauerhaften Lösungen zu gelangen.

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