Sudan: UNHCR warnt vor neuer Flucht aus Darfur
Wegen Rausschmiss von humanitären NGO-Partnern
Genf/Wien, 6.3.2009 – Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hat Freitag vor den „ernsten Folgen“ gewarnt, humanitäre Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) aus dem Sudan auszuweisen. „Unsere Erfahrung hat gezeigt: Neue Fluchtbewegungen sind vorprogrammiert, wenn besonders hart betroffene Menschen dringend benötigte Hilfe nicht mehr erhalten. Das betrifft Darfur, den Tschad, aber in Wahrheit eine ganze Region“, sagte UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer. „Eine neue Fluchtbewegung wäre eine sehr große Belastung für die humanitäre Hilfe im Tschad, wo weiterhin Instabilität, Unsicherheit und Wassermangel unsere Arbeit erschweren.“
UNHCR teilt die tiefe Besorgnis von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und des gesamten UN-Systems über die Anweisung an mehrere NGOs, den Sudan zu verlassen. Die Weltflüchtlingsorganisation ist besorgt über die „ernsten Folgen“ für die humanitären Anstrengungen zu Gunsten Hunderttausender extrem schutzbedürftiger Männer, Frauen und Kinder in Darfur und darüber hinaus. Mindestens fünf der ausgewiesenen Hilfsorganisationen waren UNHCR-Partnerorganisationen, die für UNHCR wichtige humanitäre Programme in Darfur, aber auch in den Regionen Blue-Nile-Staat und Khartum ausführen. Die Folgen könnten also über Darfur hinaus wirken, betont die Organisation.
4,7 Millionen Sudanesen und Sudanesinnen, darunter 2,7 Millionen Binnenvertriebene, erhalten schon heute humanitäre Unterstützung in Darfur. „Daher sind wir sehr besorgt über die Aussicht auf weitere Fluchtbewegungen in der Region, wenn die ohnehin dünne humanitäre Nabelschnur zur Versorgung der Menschen in Darfur unterbrochen würde“, formulierte Schönbauer. In Westdarfur leben auch 40.000 Flüchtlinge aus dem Tschad.
Die Arbeit von UNHCR als Teil des UN-Teams in Darfur habe dazu beigetragen, dass viele Binnenvertriebene nahe an ihren Heimatdörfern in Darfur lebten; so sei der benachbarte Tschad etwas entlastet worden, wo UNHCR und seine Partnerorganisationen nach dem Wohlergehen von knapp 250.000 Darfur-Flüchtlingen in 12 UNHCR-Camps sehen. Die entlegenen Camps und die Dörfer in der Nachbarschaft stünden schon heute unter Druck, um die elementarsten Grundbedürfnisse der Viertelmillion Flüchtlinge zu befriedigen.
Rückfragen: Gabrielle Sabourin, sabourin@unhcr.org, T: (+43/1) 260 60-4048
Veröffentlicht am: 06.03.2009




