Sri Lanka: UNHCR über Bedingungen in Vertriebenen-Camps besorgt

Colombo/Genf/Berlin - Da die Kämpfe im Nordosten Sri Lankas zu einem Ende kommen, treten die Herausforderungen für das UN-Flüchtlingskommssariat (UNHCR) und andere humanitäre Organisationen offen zu Tage. Neuesten Schätzungen zufolge haben allein in den vergangenen drei Tagen bis zu 80.000 Menschen das frühere Kampfgebiet verlassen. Insgesamt sind in den vergangenen Monaten 280.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. Von ihnen wurden 230.000 an 41 Orten in vier Distrikten untergebracht. Weitere 50.000 werden derzeit an verschiedenen Sammelstellen registiert und warten darauf, in die Lager gebracht zu werden.

Mehrere Fragen müssen dringend angegangen werden, darunter die Überfüllung der Camps und die eingeschränkte Versorgung der Binnenvertriebenen in diesen Lagern. Die Zustände geben Anlass zur Sorge. Die Regierung von Sri Lanka steht vor großen Herausforderungen bei der Versorgung der Binnenvertriebenen mit dem Nötigsten. UNHCR und seine humanitären Partnerorganisationen werden die Regierung in diesem Prozess weiter unterstützen.

Zivilisten, die aus dem Kampfgebiet kommen, sind krank, hungrig, sie leiden unter akuter Unterernährung und Austrocknung. Die jüngste Fluchtbewegung von Menschen, die extreme Zustände überstanden haben, wird die bereits überfüllten Siedlungen für Binnenvertriebene in Vavuniya, Jaffna und Trincomalee noch weiter belasten.

UNHCR hat 25.000 Notunterkünfte errichtet, 10.000 weitere werden folgen, um zehntausende Zivilistinnen und Zivilisten unterzubringen, die aus dem Kampfgebiet geflohen sind oder in den nächsten Tagen auf der Suche nach Unterkünften erwartet werden.

Oberste UNHCR-Priorität ist es, die Regierung dabei zu unterstützen, bereits überfüllte Camps zu entlasten, um die Versorgung der Menschen mit dem Nötigsten erleichtern. Die Arbeit wird durch die Ankunft einer so großen Zahl von Binnenvertriebenen in kurzer Zeit erschwert, ebenso durch den damit verbundenen Mangel an Aufnahmekapazitäten.

Dazu kommen Beschränkungen beim Zugang zu den Siedlungen, die den Helfern am Wochenende von den Behörden verordnet wurden. Diese behindern die UNHCR-Hilfe für die Binnenvertriebenen in einem weitläufigen Gebiet von rund 16 Quadratkilometern im Bezirk Vavuniya, wo ein Großteil der Betroffenen untergekommen ist. Die Zugangsbeschränkungen vermindern die Möglichkeiten von UNHCR, der bedürftigen Bevölkerung zu Hilfe zu kommen.

Die UN-Organisation ist zudem bemüht, die Regierung dabei zu unterstützen, die Bedingungen für eine sichere Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimatregionen vorzubereiten.

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Veröffentlicht am: 20.05.2009