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Neue regionale Ansätze für afghanische Flüchtlingshilfe

03 Februar 2012

© PID/Pakistan
Neue Ansätze: António Guterres im Gespräch mit Pakistans Regierungschef Yousuf Raza Gilani.

Islamabad – UN-Flüchtlingskommissar António Guterres hat einen zweitägigen Besuch in Pakistan genutzt und sich mit Regierungsvertretern über die Lage von 1,7 Millionen afghanischen Flüchtlingen ausgetauscht, die zum Teil seit Jahrzehnten in Pakistan im Exil leben müssen.

Bei einem Treffen mit dem pakistanischen Premierminister Yousuf Raza Gilani und Außenminister Hina Rabbani Khar dankte Guterres den Pakistanern für ihre Gastfreundschaft gegenüber afghanischen Flüchtlingen und lobte das anhaltende Engagement bei der Suche nach dauerhaften Lösungen für die angespannte Situation.

Rückkehr-Programme attraktiver gestalten

Ausgangspunkt für das Spitzengespräch war ein in dieser Woche in Dubai abgehaltenes Treffen zwischen Vertretern aus Pakistan, Iran, Afghanistan und seitens UNHCR um neue regionale Strategien für die afghanische Flüchtlingshilfe auf den Weg zu bringen. 

Dabei sollen verschiedene Programme, mit denen afghanische Flüchtlinge in den Aufnahmestaaten unterstützt werden, attraktiver gestaltet und ausgerichtet werden. Das betrifft in erster Linie die UNHCR-Rückkehrprogramme und eine intensivere Unterstützung für ländliche Regionen und Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen. Konkret sollen alle Ergebnisse Anfang Mai 2012 in der Schweiz präsentiert werden. 

Aufnahmestaaten Pakistan und Iran unterstützen

Vor Medienvertetern warb António Guterres am Ende seines Besuches auch für eine intensivere internationalen Solidarität gegenüber den Aufnahmestaaten Pakistan und Iran, welche beide seit mehr als 30 Jahren eine hohe Zahl an afghanischen Flüchtlingen beherbergt haben.

"In Zeiten, wo viele Staaten sich abschotten und die Türen für Menschen schließen, die aus Angst vor Verfolgung und Gewalt fliehen müssen, haben die Regierungen und die Menschen von Iran und Pakistan eine größere Aufmerksamkeit und Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft verdient", so Guterres.

Bedingungen in Afghanistan verbessern

Im Jahr 2011 konnten lediglich 50.000 afghanische Flüchtlinge aus Pakistan in ihre Heimat zurückkehren; 2010 waren es noch 110.000. Trotz des enormen Rückgangs, bleibt das afghanische Rückkehr-Programm von UNHCR das größte seiner Art weltweit.

"Wir müssen nun zuallererst die Bedingungen in Afghanistan verbessern, damit die Umstände mehr freiwillige Rückkehrer zulassen", so Guterres, afghanische Flüchtlinge wären dann eher bereit, nach Hause zurückzukehren, so der UNHCR-Vertreter.

Fast drei Millionen Afghanen warten auf Lösungen

Derzeit leben etwa 1,7 Millionen afghanische Flüchtlinge in Pakistan und etwa 1,1 Millionen im Iran. Seit 2002 sind rund fünf Millionen Afghanen freiwillig in die Heimat zurückgekehrt; die meisten mit Unterstützung von UNHCR.

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