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Verstärkt Flucht und Migration in den Jemen

15 Januar 2013

© SHS
Mitarbeiter einer UNHCR-Partnerorganisation helfen Flüchtlingen, die die jemenitische Küste mit dem Boot erreicht haben.

Sanaa - Eine Rekordzahl von 107.500 afrikanischen Flüchtlingen und Migranten haben im Jahr 2012 die gefährliche Reise vom Horn von Afrika in den Jemen gewagt. Dies ist der größte Zustrom in den Jemen, seitdem UNHCR 2006 mit der Erstellung von Statistiken begann.

Somalische Flüchtlinge im Jemen anerkannt

Acht von zehn Ankömmlingen im letzten Jahr (insgesamt 84.000) waren äthiopische Staatsangehörige, die übrigen Flüchtlinge kamen aus Somalia.

Alle somalischen Ankömmlinge werden trotz erschwerter Wirtschafts- und Sicherheitslage von den jemenitischen Behörden automatisch als Flüchtlinge anerkannt. UNHCR führt Verfahren zur Bestimmung des Flüchtlingsstatus für Äthiopier und andere Nationalitäten, die im Jemen um Asyl ansuchen, durch. Ein sehr geringer Prozentsatz der äthiopischen Ankömmlinge entscheidet sich für ein Asylgesuch im Jemen, teilweise aus mangelndem Bewusstsein und Zugang zum Asylverfahren oder weil sie die Kriterien zur Flüchtlingsanerkennung nicht erfüllen. Allerdings gibt es für die Mehrheit der äthiopischen Migranten, die oft sehr gefährdet sind, kaum Schutz. Viele Migranten nutzen Jemen als Zwischenstopp auf dem Weg zu anderen Golfstaaten.

Im Jemen patrouillieren das UNHCR-Team und die UNHCR-Partner täglich an den Stränden, um allen Neuankömmlingen an strategisch positionierten Aufnahme- und Transitzentren Hilfestellung anzubieten. Dies ist sehr schwierig, weil die Boote überfüllt sind und die Schlepper die Passagiere oft weit vom Ufer entfernt zwingen, ins Wasser zu springen, um der Küstenwache auszuweichen. Erschöpfte Passagiere sind nicht mehr fähig zu schwimmen und der Gefahr ausgesetzt, zu ertrinken. Schätzungen zufolge sind 2012 daher mindestens 100 Menschen im Golf von Aden und dem Roten Meer ertrunken oder werden vermisst.

Flüchtlinge sind großen Gefahren ausgesetzt

Neuankömmlinge werden auch Opfer von Ausbeutung, Gewalt und sexuellem Missbrauch. Die Situation ist besonders schwierig entlang der Küste des Roten Meeres, wo das Schlepper- und Menschenhändlernetz im Jemen und auf dem Meer den Zugang für UNHCR zu Neuankömmlingen behindert und vor allem jene aus Äthiopien auf dem Weg in andere Golfstaaten bereits an der Küste erwartet.

Konflikte und Instabilität im Norden und Süden des Landes haben die Fähigkeit der jemenitischen Behörden, den Menschenhandel zu bekämpfen, eingeschränkt. 2012 haben Schlepperei und Menschenhandel sowie Gewalt und Missbrauch gegen Neuankömmlinge stark zugenommen. Vermehrt kriminelle und bewaffnete Schlepper- und Menschenhändlerbanden stellen eine weitere Gefährdung für UNHCR-Mitarbeiter und seine Partner dar.

Die stetig wachsenden gemischten Migrationsbewegungen vom Horn von Afrika sind ein Thema, das die Region über Jemen hinaus beschäftigt. UNHCR begrüßt die Entscheidung der Behörden in Sanaa, dieses Jahr zusammen mit UNHCR eine regionale Konferenz zu veranstalten, um eine Strategie zu entwickeln und um Schlepperei und Menschenhandel in der Region einzudämmen.

Neustart für Binnenvertriebene im Jemen

Jemen ist ein historischer Transitknotenpunkt für Migranten und zeichnet sich in der Region durch seine Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen aus. Das Land beherbergt derzeit über 236.000 Flüchtlinge, vor allem somalischer Herkunft. Außerdem gibt es wegen der seit 2004 wiederkehrenden Konflikte mehr als 300.000 intern vertriebene
jemenitische Zivilisten im Norden.

Nachdem der Konflikt im Süden nachgelassen hat und sich die Bedingungen verbessert haben, sind inzwischen mehr als 100.000 Binnenvertriebene in ihre Herkunftsgebiete im Raum Abyan zurückgekehrt. UNHCR hat die Regierung und die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Sicherstellung der Nachhaltigkeit dieser Rückkehr ersucht. Zudem hat UNHCR am 30. Dezember 2012 Hilfsgüter wie Decken, Plastikplanen und Schlafmatten auf dem Luftweg von Kenia nach Aden transportieren lassen. Damit werden rund 30.000 besonders gefährdete jemenitische Familien bei ihrem Neustart unterstützt.

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