Nord Kivu - In verschiedenen Lagern für Binnenvertriebene in Nord Kivu in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) sind wiederholt bewaffnete Gruppen eingedrungen und haben Bewohner gefoltert und getötet. UNHCR appelliert, den zivilen Charakter der Lager zu respektieren.
Berichten zufolge wurden in verschiedenen Lagern für Binnenvertriebene in Nord Kivu, im Osten der DRC, Bewohner von Bewaffneten gefoltert und getötet. Seit Ende 2011 sind wiederholt bewaffnete Gruppen in die Lager eingedrungen. Besonders betroffen sind die Lager in Nyanzale, Mwesou und Birambizo im Gebiet Masisi, etwa 90 km nordwestlich von Goma.
Ständige Bedrohungen und Gewalt gegen Binnenvertriebene
In DR Kongo werden Binnenvertriebene (IDPs) ständig von verschiedenen Gruppen und Milizen bedroht, die sie der Kollaboration mit gegnerischen Gruppen bezichtigen. Anfang Dezember wurden sieben Binnenvertriebene zu Tode geprügelt, weil sie sich geweigert hatten, an einem Arbeitseinsatz der Democratic Liberation Forces of Rwanda (FDLR) zu beteiligen. UNHCR wurde außerdem über Folter informiert. Die andauernde Gewalt behindert die humanitäre Hilfe in den Lagern stark. Im Moment können die humanitären Helfer nur in acht von 31 Lagern für IDPs ohne militärischen Schutz arbeiten.
UNHCR appelliert an alle kämpfenden Parteien den zivilen Charakter der Lager in Nord Kivu zu respektieren und zu bewahren. Die lokalen Behörden müssen außerdem die Schutzmaßnahmen in und um die Lager herum verbessern. Momentan sind insgesamt nur 40 Polizisten in sechs der 31 Lager eingesetzt. UNHCR arbeitet auch mit den Blauhelmen in DR Kongo (MONUSCO) zusammen, um die Sicherheit der Zivilisten in den Lagern für IDPs zu verbessern.
Baldige Rückkehr nicht möglich
In Nord Kivu leben mehr als 600.000 Binnenvertriebene. Das sind über ein Drittel der 1,7 Millionen Binnenvertriebenen in DR Kongo. 79.000 Vertriebene leben im Nord Kivu in den 31 Camps. Viele von ihnen haben keine Hoffnung, bald in ihre Dörfer zurückkehren zu können, weil es dort noch immer zu gefährlich ist und neue Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen aufgeflammt sind.
« zurück