United Nations High Commissioner for Refugees
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Finanzierungslücke gefährdet Hilfe für Flüchtlinge

04 April 2017

© UNHCR/Dalia Khamissy
Ein vierjähriges Flüchtlingskind aus Syrien im Beeka Valley im Libanon.

Genf - Vor Beginn der heutigen Syrien-Konferenz in Brüssel (Brussels Conference on Supporting the Future of Syria and the Region) sind UNHCR und UNDP sowie 240 Partnerorganisationen und Aufnahmeländer extrem besorgt ob des sehr niedrigen Finanzierungsniveaus der Hilfe für syrische Flüchtlinge und der Gemeinschaften, die sie aufgenommen haben.

Im siebenten Jahr des Konflikts leben mehr als fünf Millionen syrische Flüchtlinge in Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon und der Türkei. Viele mehr haben die gefährliche Flucht nach Europa oder noch weiter weg gewagt. Dennoch ist vor dem Brüsseler Treffen nur ein Bruchteil der benötigten Gelder eingegangen, um diese Menschen zu unterstützen.

Der regionale strategische Hilfsplan für 2017 – Regional Refugee and Resilience Plan (3RP) – hat einen Finanzbedarf in Höhe von 4,63 Milliarden US-Dollar, um Unterstützung für syrische Flüchtlinge und ihre Aufnahmegemeinschaften zur Verfügung zu stellen. Bis heute sind nur 433 Millionen US-Dollar (9 Prozent des Gesamtumfangs) zusammengekommen.

Ohne zusätzliches Geld wird dieses Jahr in allen Bereichen der Hilfe gekürzt werden müssen. Die Nahrungs- und Bargeldhilfe wird zum Halbjahr reduziert oder eingestellt – eine Herausforderung für Stabilität und Sicherheit in der Region. Schon jetzt leben die meisten syrischen Flüchtlingsfamilien in der Region unterhalb nationaler Armutsgrenzen. Viele werden vor der unerträglichen Aufgabe stehen, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen, die dann Teil der halben Millionen syrischer Flüchtlingskinder werden, die keinen Zugang zu Bildung haben. Die Unterstützung von Programmen, um Lebensgrundlagen zu schaffen und Menschen in Arbeit zu bringen, wird sich verlangsamen. Das geschieht in einer Zeit steigender Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen und der Aufnahmegemeinschaft gleichermaßen.

„Die Situation ist zunehmend verzweifelt“, sagte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. „ Wir haben es bereits jetzt mit Kindern zu tun, die nicht in die Schule gehen können und Familien, die weder eine genügende Unterkunft noch eine Grundversorgung haben.“

„Überall in der Region ist die Trink- und Abwasserversorgung sowie der Arbeits- und Wohnungsmarkt unter Druck“, sagte Helen Clark, Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms. „UNDP und seine 3RP-Partner arbeiten vor Ort, um die Infrastruktur zu erweitern und Existenzgrundlagen zu schaffen sowie die Gemeinwesen zu stärken, aber die Anforderungen sind massiv und wir benötigen mehr Unterstützung.“ 

„Wir anerkennen und loben die bislang erfolgten finanziellen Beiträge, aber die einfache Wahrheit ist, dass die Finanzierung nicht Schritt hält mit dem Bedarf“, fügte Grandi hinzu.

Der 3RP bringt mehr als 240 Partner für einen koordinierten regionalen Hilfsansatz zusammen, um über fünf Millionen syrische Flüchtlinge und 4,4 Millionen einheimische Einwohner der Aufnahmegemeinden in der Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Jordanien zu helfen.  

Die Brüsseler Konferenz zur Unterstützung der Zukunft Syriens und der Region findet am 4. und 5. April statt. Der Konflikt in Syrien bleibt die größte humanitäre Herausforderung in der Welt – mit 13,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die innerhalb von Syrien dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. 

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