Mali - Aufgrund der zunehmend gefährlichen Situation an den Grenzgebieten zu Mali begleitet UNHCR in Zusammenarbeit mit den Regierungen tausende malische Flüchtlinge in das Landesinnere der Nachbarländer. Derzeit sind rund 25.000 Menschen auf der Flucht.
In den letzten Tagen sind viele Flüchtlinge aus Anderboukane und Menaka in den Norden des Niger geflüchtet. Derzeit hat UNHCR noch keine genauen Angaben über die Zahlen von malischen Flüchtlingen im Niger, es wird aber geschätzt, dass es bereits mehrere tausend Menschen sind, die im Niger Zuflucht vor der eskalierenden Gewalt in Mali suchen. Die meisten Menschen haben notdürftige Unterkünfte errichtet und sind den klimatischen Verhältnissen mit extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht ausgeliefert. Generell ist der gesundheitliche Zustand der meisten Menschen stabil, es gibt aber Fälle von Malaria, Augeninfektionen, Durchfall und Infektionen der Atemwege. Die sanitären Verhältnisse sowie die Versorgung mit sauberem Wasser sind nicht ausreichend. UNHCR-Gesundheitsexperten arbeiten mit den lokalen Behörden an einer Verbesserung der Situation.
Flucht vor gewalttätigen Auseinandersetzungen
Aufgrund der zunehmend gefährlichen Situation an den Grenzgebieten zu Mali arbeitet UNHCR gemeinsam mit den nigerschen Behörden daran, die Flüchtlinge in ein sichereres Gebiet umzusiedeln. Einige Flüchtlinge wollen aber das Grenzgebiet nicht verlassen, da sie auf eine baldige Heimkehr hoffen. Weitere tausend malische Flüchtlinge warten indessen auf der anderen Seite der Grenze, um im Fall einer Verschlechterung der Lage in den Niger flüchten zu können.
In Burkina Faso halten sich mittlerweile rund 8.000 malische Flüchtlinge auf, der Großteil von ihnen sind Frauen und Kinder. Den Flüchtlingen fehlt es derzeit an lebenswichtigen Grundlagen, wie Essen, Wasser und Unterkunft. Die Regierung hat UNHCR gebeten, die tausenden Flüchtlinge von den provisorischen Flüchtlingslagern an der bedrohlichen Grenze in Flüchtlingscamps im Norden des Landes umsiedeln.
Im Nachbarland Mauretanien haben in den letzten beiden Wochen rund 13.000 Menschen Zuflucht gefunden. Die meisten Flüchtlinge leben in selbstgebauten, notdürftigen Unterkünften. UNHCR plant derzeit mit den mauretanischen Behörden und NGOs ein Flüchtlingslager in M’Bera, 50 Kilometer entfernt von der malischen Grenze.
UNHCR stockt Hilfsgüter auf
UNHCR-Teams sind mittlerweile in allen drei Ländern präsent. In Mauretanien verteilt UNHCR Essensrationen für zwei Wochen und andere Hilfsgüter, um die dringenden Bedürfnisse der Flüchtlinge zu decken. Über den Luftweg sind bereits Zelte und andere Hilfsgüter angekommen. Zusätzlich wird die Registrierung der Flüchtlinge vorbereitet.
In die Nachbarländer Niger und Burkina Faso werden 2.500 Zelte aus dem UNHCR-Lager in Kamerun gebracht. Von Ghana aus ist derzeit ein Konvoi mit 40 Tonnen Hilfsgütern in die Nachbarländer unterwegs.
« zurück