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Syrien: Flüchtlingsschutz kostet 193 Millionen Dollar

29 Juni 2012

© UNHCR/B. Diab

Genf - UN-Hilfsorganisationen und ihre Partner rufen die internationale Gemeinschaft auf, mehr Mittel für die Bedürfnisse syrischer Flüchtlinge in Jordanien, Libanon, Türkei und im Irak zur Verfügung zu stellen. Wegen der ansteigenden Zahl von Flüchtlingen werden aktuell 193 Millionen US-Dollar benötigt.

"Die Regierungen und die einheimische Bevölkerung aus dem Irak, Jordanien, Libanon und der Türkei haben enorme Großzügigkeit und Gastfreundlichkeit gegenüber den syrischen Flüchtlingen gezeigt", sagt Panos Moumtzis, UNHCR-Regionalkoordinator für syrische Flüchtlinge. "Es ist wichtig, dass die internationale Gemeinschaft die Hilfsaktionen für die Flüchtlinge verstärkt."

Die Hilfsorganisationen haben in den letzten drei Monaten im Durchschnitt 500 syrische Flüchtlinge pro Tag registriert. Derzeit werden über 96.000 Syrier entweder registriert oder in den Nachbarländer unterstützt. Das ist mehr als das doppelte gegenüber dem Monat März. Laut der operativen Planung erwartet man bis Ende 2012 eine Verdoppelung der Flüchtlingszahlen - bis zu 185.000.

"Rund 75 Prozent der syrischen Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Die meisten sind vollends abhängig von der lebensrettenden humanitären Hilfe", sagt Moumtzis und stellt fest, dass bislang nur 26 Prozent der benötigten Finanzmittel freigegeben sind.

Die Lage der Flüchtlinge in den Camps

In Jordanien und dem Libanon leben die meisten Flüchtlinge in Gastgemeinschaften. In Libanon werden nur eine kleine Anzahl Flüchtlinge in Übergangseinrichtungen in der Nähe der syrischen Grenze beherbergt. In der Türkei werden die Flüchtlinge in Camps untergebracht, die vom türkischen Staat bereitgestellt wurden. Im Irak leben die meisten Flüchtlinge in der Region Kurdistan. Zwei Drittel der Flüchtlinge erwarten die Umsiedlung ins Domiz Camp in der nördlichen Provinz Dohuk.

Der ursprüngliche Aufruf hatte nur 1.500 syrische Flüchtlinge in dem Irak vorgesehen. Doch bis Mitte Juni haben sich über 6.000 Syrer im Nordirak registriert. Darüber hinaus wird vermehrt berichtet, dass im Mittel- und Südirak immer mehr Flüchtlinge eintreffen.

Im vergangenen Monat hat die Kurdische Regionalregierung entschieden, dass alle syrischen Flüchtlinge in Lagern untergebracht werden. Zwei Drittel der Flüchtlinge erwarten die Umsiedlung ins Domiz Camp.

In Jordanien haben sich 27.000 Flüchtlinge bei UNHCR registriert. Die lokalen Wohltätigkeitsorganisationen schätzen, dass rund 50.000 syrische Flüchtlinge zurzeit Hilfe erhalten. Die registrierten Syrer haben freien Zugang zur Gesundheitsversorgung und ihre Kinder können Schulen besuchen.

In Jordanien benötigen Flüchtlinge zumeist Haushaltsgegenstände, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Trinkwasser, Lebensmittel, Zugang zu Bildungseinrichtungen und Hilfe bei der Bezahlung der Miete. Die aufnehmenden Gemeinden sollen ebenfalls unterstützt und entlastet werden.

Im Libanon werden über 29.000 Syrer unterstützt. Die meisten sind Frauen und Kinder. Viele leben in Gastfamilien, die selbst ums Überleben kämpfen. Es fehlt an Bewegungsfreiheit, Lebensmitteln, Haushaltsgegenständen, medizinischer Versorgung, Unterkünften, Zugang zur Bildung und psychosoziale Unterstützung.

In der Türkei leben 33.000 Syrer in Flüchtlingslagern in den Provinzen Hatay, Sanliurfa, Gaziantep und Kilis. Neuankömmlinge werden schnell in den Camps einquartiert, die von der türkischen Regierung bereitgestellt und von dem türkischen Roten Halbmond aufgebaut werden. Darüber hinaus wird Unterstützung für die wachsende Anzahl an irakischen und somalischen Flüchtlingen einkalkuliert, die aus Syrien in die Türkei geflohen sind.

44 Akteure leisten humanitäre Hilfe für Syrer

Dieser Plan ist ein Ergebnis der koordinierten Anstrengungen von 44 internationalen und nationalen Agenturen, die die Bedürfnisse der syrischen Flüchtlinge in vier Ländern unterstützen. Dazu gehören UNHCR, die Internationalen Organisation für Migration (IOM), das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das World Food Programme (WFP),  sowie Gastgeber-Regierungen und lokale und internationalen NGOs.

UNHCR und seine Partner unterstützen weiterhin auch etwa 90.000 Flüchtlinge (zumeist Iraker) in verschiedenen Teilen von Syrien selbst.

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