United Nations High Commissioner for Refugees
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Asylanträge in Industriestaaten 2011 stark angestiegen

27 März 2012

© UNHCR/unhcr.de
Für viele Asylsuchende ergeben sich nach ihrer Ankunft neue Probleme im potenziellen Aufnahmeland.

Genf – Neue Konflikte und lang anhaltende Krisen wie in Afghanistan waren die Hauptgründe für stark angestiegene Asylantragszahlen in Industriestaaten 2011. Zu diesem Ergebnis kommt ein heute in Genf veröffentlichter UNHCR-Bericht.

Der Bericht "Asylum Levels and Trends in Industrialized Countries 2011" belegt, dass über das gesamte Jahr 2011 rund 441.300 Anträge in ausgewählten Industrienationen gestellt worden sind; 2010 waren es 368.000. In dem Bericht werden 44 Länder in Europa, Nordamerika, Australasien und Nord-Ost-Asien berücksichtigt.

Vermehrt Asylanträge aus Afghanistan

Demnach hat besonders die Zahl von Asylsuchenden aus Afghanistan die Gesamtzahl 2011 um 20 Prozent steigen lassen. Im Ländervergleich kommen die meisten Antragsteller 2011 aus Afghanistan (35.700, plus 34 Prozent), China (24.400) und dem Irak (23.500).

Prozentuell  fällt die größte Steigerungsrate Südeuropa zu: Dort sind vergangenes Jahr 66.800 Asylsuchende registriert worden, was ein Plus von 87 Prozent bedeutet.  Die meisten Anträge wurden von Menschen gestellt, die  auf Booten die Überfahrt nach Italien oder Malta geschafft haben. Ein starker Anstieg der Zahl von Asylsuchenden wurde auch in der Türkei registriert.

 Guterres: Zahl in Relation sehen

„Die große Zahl der Asylanträge spiegelt ein Jahr voller Schwierigkeiten und Probleme für viele Menschen wider“, so UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres in einer ersten Stellungnahme. „Wir können dankbar sein, dass das internationale Asylsystem diesem Druck standhielt. Wichtig ist außerdem, diese Zahlen in Relation zu betrachten: Denn die Gesamtzahl der Antragsteller in allen Industriestaaten zusammen ist immer noch geringer als die Zahl derer, die in einem einzigen Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab leben müssen.“

Insgesamt sind in den 38 europäischen Staaten mit 327.200 Anträgen die meisten Asylsuchenden registriert worden (plus 19 Prozent). In Österreich wurden 14.416 Asylanträge gestellt, das entspricht einem Plus um 30.9% gegenüber 2010. Die meisten Asylanträge wurden auch in Österreich von Afghanen gestellt.

Die meisten Asylanträge wurden in den USA gestellt

Auf Nordamerika entfielen 99.400 Anträge. Die meisten Anträge wurden in den USA gestellt (74.000). Das ist etwa ein Viertel mehr als 2010. In Japan und in der Republik Korea wurden im letzten Jahr 2.900 Asylanträge gestellt; ebenfalls ein Plus von 77 Prozent. Nicht von dieser Studie erfasst ist die Asylantragszahl in Südafrika, die mit 107.000 Anträgen im Ländervergleich weltweit Spitze ist.

Lediglich in den nordischen Staaten und in Australasien sind die Zahlen aus 2011 rückläufig und mit einem Minus von zehn Prozent (45.700) bzw. neun Prozent (11.800) verbucht.

Mit Blick auf die Konfliktgebiete in Westafrika und in der „arabischen Welt“ sind 16.700 Asylanträge aus den Herkunfstländern Côte d’Ivoire, Libyen, Syrien und anderen Ländern registriert worden; ebenfalls mehr als 2010.

In dem Bericht werden keine Zahlen zur Entscheidung von Asylanträge erfasst; ebensowenig kann der Bericht Aufschluss über Migrationsbewegungen geben. Er komplettiert vielmehr UNHCRs jährlichen ‚Global Trends Report‘, der im Juni veröffentlicht wird und der alle Länder weltweit erfasst.

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